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Wer sich intensiver mit Poolbillard beschäftigt, stößt früher oder später auf den Begriff:
Low Deflection.
Viele moderne Carbon-Schäfte werden mit Low-Deflection-Eigenschaften beworben.
Doch was bedeutet Low Deflection eigentlich?
Warum ist es für Poolbillardspieler interessant?
Und ist ein Low-Deflection-Carbon-Queue automatisch besser?
Die kurze Antwort lautet:
Nein.
Low Deflection kann für bestimmte Spielstile sehr interessant sein, insbesondere wenn häufig mit Seitenspin gespielt wird.
Aber der richtige Queue hängt weiterhin von Technik, Balance, Tip, Taper, Durchmesser und persönlichen Vorlieben ab.
Beim normalen geraden Stoß trifft die Queuespitze die Spielkugel möglichst zentral.
Bei einem Stoß mit Seitenspin wird die Kugel dagegen nicht exakt in der Mitte getroffen.
Dadurch kann die Spielkugel von der ursprünglich erwarteten Linie abweichen.
Diese Reaktion wird im Poolbillard häufig als:
Squirt
bezeichnet.
Im allgemeinen Zusammenhang wird auch von:
Deflection
gesprochen.
Die Queuespitze übt beim außermittigen Treffer eine Kraft auf die Spielkugel aus.
Dabei bewegt sich die Spitze nicht nur exakt in Richtung der gewünschten Linie.
Die Kugel reagiert entsprechend dem Treffpunkt, der Geschwindigkeit und dem verwendeten Spin.
Die Konstruktion des Schafts kann beeinflussen, wie stark sich diese Ablenkung bemerkbar macht.
Ein Low-Deflection-Schaft wird so konstruiert, dass die Ablenkung bei außermittigen Treffern möglichst reduziert wird.
Das Ziel ist nicht:
„keine Ablenkung“
sondern:
kontrollierbareres und vorhersehbareres Verhalten.
Das ist besonders für Spieler interessant, die häufig mit Seitenspin arbeiten.
Stellen Sie sich einen Stoß vor, bei dem die Spielkugel nicht zentral getroffen wird.
Je nach Konstruktion kann die Kugel stärker oder schwächer von der gedachten Linie abweichen.
Wenn ein Spieler viel Effet verwendet, muss er diese Reaktion verstehen und ausgleichen.
Ein Low-Deflection-Schaft kann diese Korrektur erleichtern.
Nicht direkt.
Das ist ein häufiger Irrtum.
Ein Low-Deflection-Schaft erzeugt nicht automatisch mehr Seitenspin.
Die Menge an Effet hängt unter anderem von:
ab.
Low Deflection beeinflusst hauptsächlich die Reaktion des Queues bei einem außermittigen Treffer.
Carbon eignet sich besonders gut für moderne Schaftkonstruktionen.
Durch die Eigenschaften von Carbon-Verbundmaterialien können Hersteller:
gezielt gestalten.
Dadurch können unterschiedliche Low-Deflection-Konzepte umgesetzt werden.
Nein.
Carbon ist zunächst eine Materialbezeichnung.
Ein Carbon-Schaft kann unterschiedliche Konstruktionen besitzen.
Deshalb sollten Käufer nicht automatisch davon ausgehen:
Carbon = Low Deflection.
Bei einem Vergleich sollte die konkrete Schaftkonstruktion betrachtet werden.
Das Ablenkungsverhalten wird von mehreren Faktoren beeinflusst.
Dazu gehören:
Ein schlanker Schaft kann eine andere Massenverteilung besitzen als ein größerer Schaft.
Die Tip ist der direkte Kontaktpunkt zur Spielkugel.
Die Ferrule beziehungsweise deren Konstruktion beeinflusst die Massenverteilung an der Spitze.
Die Form des Schafts beeinflusst die Verteilung des Materials entlang des Schafts.
Carbonfaserstruktur und Wandaufbau spielen eine wichtige Rolle.
Nicht nur das Gesamtgewicht, sondern auch die Position der Masse ist relevant.
Eine besonders interessante Kombination ist:
11,5 mm + Carbon + Low Deflection
11,5 mm gehört zu den schlankeren Schaftdurchmessern.
Ein solcher Schaft kann interessant sein für Spieler, die:
Allerdings ist 11,5 mm nicht automatisch besser als 12 mm.
Es gibt keine universell beste Größe.
| Merkmal | 11,5 mm | 12 mm |
|---|---|---|
| Profil | schlanker | etwas größer |
| Spielgefühl | individuell | individuell |
| Effet | geeignet | geeignet |
| Low Deflection | möglich | möglich |
| Anfänger | geeignet | geeignet |
| Fortgeschrittene | geeignet | geeignet |
Die tatsächliche Leistung hängt von der gesamten Konstruktion ab.
Der Taper wird manchmal unterschätzt.
Er beeinflusst, wie sich der Schaft durch die Brücke bewegt.
Ein Schaft kann technisch sehr gut sein und sich trotzdem für einen bestimmten Spieler ungewohnt anfühlen, wenn der Taper nicht zur eigenen Brückentechnik passt.
Deshalb sollte beim Kauf nicht nur auf „Low Deflection“ geachtet werden.
Auch die Tip spielt eine wichtige Rolle.
Sie beeinflusst den Kontakt zwischen Queuespitze und Spielball.
Eine andere Tip kann das Gefühl beim Stoß verändern.
Wenn Sie einen neuen Carbon-Schaft kaufen, sollten Sie deshalb nicht nur den Carbon-Anteil betrachten.
Carbon-Verbundmaterialien ermöglichen eine andere Schaftkonstruktion als Holz.
Viele Spieler beschreiben moderne Carbon-Schäfte als:
direkt
stabil
oder
klar im Feedback.
Das ist allerdings subjektiv.
Andere Spieler bevorzugen das natürliche Feedback eines Holzschafts.
Das ist besonders wichtig für Anfänger.
Ein Low-Deflection-Queue kann bestimmte Eigenschaften unterstützen.
Er ersetzt jedoch nicht:
Technik bleibt die Grundlage.
Besonders interessant kann er sein für:
Wer häufig Seitenspin verwendet.
Wer die Reaktion seines Schafts gezielt kontrollieren möchte.
Wer ein konstantes Setup bevorzugt.
Wer moderne Schaftkonstruktionen ausprobieren möchte.
Wer seinen vorhandenen Butt behalten und nur den Schaft wechseln möchte.
Wenn Sie hauptsächlich:
spielen, ist Low Deflection möglicherweise weniger entscheidend.
Dann können andere Eigenschaften wichtiger sein.
Zum Beispiel:
Balance
Tip
Taper
Komfort
Preis
Ein Wechsel auf einen neuen Schaft kann zunächst ungewohnt sein.
Besonders bei Effet-Stößen kann sich die Reaktion anders anfühlen.
Deshalb sollten Sie nach dem Wechsel einige Trainingseinheiten einplanen.
Beginnen Sie mit:
geraden Stößen
danach:
leichtem Seitenspin
und anschließend:
stärkerem Effet.
So können Sie die Reaktion des neuen Schafts Schritt für Schritt kennenlernen.
Beim Spiel über eine Bande können kleine Abweichungen besonders deutlich werden.
Wenn Sie Seitenspin einsetzen, verändert sich die Reaktion der Spielkugel.
Ein vorhersehbares Schaftverhalten kann dabei hilfreich sein.
Aber auch hier gilt:
Der Spieler muss das Material kennenlernen.
Low Deflection wird hauptsächlich mit Seitenspin verbunden.
Bei Draw und Follow spielen jedoch ebenfalls:
eine wichtige Rolle.
Ein Low-Deflection-Schaft ist deshalb kein spezieller „Draw-Queue“ oder „Follow-Queue“.
Wenn Sie einen Queue ausprobieren können, testen Sie mehrere Stoßarten.
Wie fühlt sich der Queue an?
Wie reagiert die Spielkugel?
Ist die Reaktion nachvollziehbar?
Wie verändert sich die Kugelbewegung?
Wie fühlt sich die Queueführung an?
Das Ziel ist nicht, eine bestimmte Reaktion zu erzwingen.
Sie möchten herausfinden, ob die Reaktion vorhersehbar und angenehm ist.
Der BIZU:
29" CARBON FIBER POOL CUE 11.5MM – SINGLE SHAFT
ist eine interessante Option für Spieler, die einen schlanken Carbon-Schaft suchen.
Die wichtigsten Spezifikationen:
Das Modell eignet sich insbesondere als eigenständiger Schaft für ein kompatibles Setup.
Vor dem Kauf sollte der Joint mit dem vorhandenen Butt abgeglichen werden.
Der BIZU Carbon-Schaft wurde unter anderem hinsichtlich:
Steifigkeit und radialer Konsistenz
geprüft.
Das Ergebnis:
PASS
Die maximale Differenz der gemessenen Steifigkeit lag bei:
2,06 mm.
Die im Prüfbericht genannte Anforderung:
weniger als 3,82 mm.
Damit lag das geprüfte Ergebnis innerhalb der angegebenen Anforderung.
Die radiale Konsistenz beschreibt vereinfacht, wie gleichmäßig sich der Schaft bei verschiedenen Rotationspositionen verhält.
Bei der Prüfung wurde der Schaft über:
360 Grad
gedreht.
Die Messungen erfolgten in:
45-Grad-Schritten.
Dabei wurde die Deflektion gemessen.
Die maximale Differenz betrug:
2,06 mm.
Ein Spieler möchte normalerweise ein möglichst konsistentes Setup.
Wenn sich ein Schaft abhängig von seiner Rotation deutlich unterschiedlich verhält, kann das für bestimmte Spieler unerwünscht sein.
Eine technische Prüfung der radialen Konsistenz kann deshalb zusätzliche Informationen über die Konstruktion liefern.
Sie ersetzt jedoch keinen praktischen Spieltest.
Der Schaft wurde außerdem einem simulierten Temperaturwechsel ausgesetzt.
Die Testbedingungen:
60 °C – 4 Stunden
→
25 °C – 2 Stunden
→
-10 °C – 4 Stunden
Dieser Zyklus wurde fünfmal wiederholt.
Laut Prüfbericht wurden danach keine losen Komponenten und keine ausgefallenen Klebeverbindungen festgestellt.
Ja.
Auch wenn ein Produkt bestimmte Tests bestanden hat, sollte es im Alltag sorgfältig behandelt werden.
Vermeiden Sie insbesondere unnötige extreme Temperaturen.
Bewahren Sie den Queue möglichst:
trocken
geschützt
und
im Queuekoffer
auf.
Vor dem Kauf sollten Sie diese Punkte prüfen:
☐ Schaftdurchmesser
☐ Tip
☐ Ferrule
☐ Taper
☐ Schaftkonstruktion
☐ Balance
☐ Gewicht
☐ Joint
☐ Qualitätsprüfung
☐ Garantie
☐ Preis-Leistungs-Verhältnis
Der Begriff allein sagt nicht alles über das Spielgefühl aus.
Material und konstruktive Eigenschaft sind nicht dasselbe.
11,5 mm und 12 mm sagen allein wenig über die gesamte Konstruktion aus.
Die Tip ist ein wichtiger Teil des Spielsystems.
Ein neuer Schaft sollte zunächst trainiert werden.
Ein Carbon Queue mit einer Schaftkonstruktion, die darauf ausgelegt ist, die Ablenkung bei außermittigen Treffern möglichst zu reduzieren.
Nein. Carbon bezeichnet das Material, während Low Deflection eine Eigenschaft der Konstruktion ist.
Nicht direkt. Low Deflection betrifft hauptsächlich die Ablenkung beziehungsweise das Verhalten bei außermittigen Treffern.
Nicht grundsätzlich. Beide Durchmesser können je nach Spieler und Konstruktion gut funktionieren.
Nicht unbedingt. Anfänger sollten zunächst eine solide Technik entwickeln.
Besonders für Spieler, die regelmäßig Seitenspin verwenden und ein kontrollierbares Ablenkungsverhalten bevorzugen.
Ja, sofern der Joint kompatibel ist.
Das ist individuell. Spieler, die bereits Erfahrung mit unterschiedlichen Schäften haben, können sich häufig schneller an ein neues Setup gewöhnen.
Nicht automatisch. Carbon und Holz bieten unterschiedliche Eigenschaften und Spielgefühle.
Ein Low Deflection Carbon Queue kann für Poolbillardspieler eine interessante technische Option sein.
Besonders beim häufigen Einsatz von Seitenspin kann ein kontrolliertes Ablenkungsverhalten hilfreich sein.
Allerdings sollte Low Deflection nicht isoliert betrachtet werden.
Entscheidend ist das Zusammenspiel aus:
Carbon-Konstruktion
Schaftdurchmesser
Tip
Ferrule
Taper
Steifigkeit
Balance
und Massenverteilung.
Der BIZU 29" / 11,5 mm Carbon-Schaft richtet sich an Spieler, die einen schlanken Carbon-Schaft suchen. Bei der SGS-Prüfung zur Steifigkeit und radialen Konsistenz wurde PASS erreicht; die maximale gemessene Steifigkeitsdifferenz betrug 2,06 mm, gegenüber einer im Prüfbericht genannten Anforderung von weniger als 3,82 mm.
Für Spieler, die ihren vorhandenen Butt behalten möchten, kann ein kompatibler Carbon-Schaft außerdem eine interessante Upgrade-Möglichkeit sein.
Low Deflection macht einen Queue nicht automatisch besser – ein gut abgestimmtes und vorhersehbares Setup kann ihn aber für den richtigen Spieler deutlich interessanter machen.